Herausforderungen bei 360°x180°-Panoramaaufnahmen

20.05.2016

In diesem Beitrag möchten wir auf zwei Herausforderungen bei kompletten 360°x180°-Panoramas am Boden eingehen und Ihnen dadurch die Thematik etwas näher bringen. Es soll keine Anleitung sein, sondern es soll einfach anhand von zwei Themen aufzeigen, was beim Realisieren beachtet werden muss. Denn vielfach sieht man ein fertiges Panoramabild und man weiss nicht genau, was da beim Erstellen eigentlich für „Gefahren“ im Hintergrund lauern. Uns ist klar, dass am Schluss nur das fertige Produkt zählt. Aber es ist dennoch interessant, wenn man ab und zu einen kleinen Einblick hinter die Kulissen erhält.

   

1. Herausforderung: Stativ retuschieren

Panoramas werden üblicherweise mit Hilfe von einem Stativ und einem sogenannten Panorama-Schwenkkopf realisiert. Die Kamera ist dabei auf dem Schwenkkopf montiert, welcher wiederum auf dem Stativ befestigt wird. Um die kompletten 360°x180° abdecken und darstellen zu können, muss je nach Objektivwahl eine unterschiedliche Anzahl von Fotos gemacht werden. Bei einem Weitwinkel- oder gar einem Fisheye-Objektiv, müssen weniger Fotos gemacht werden, als bei einem Objektiv, welches eine höhere Brennweite aufweist. Aber egal für welches Objektiv man sich entscheidet, etwas ist dabei unausweichlich. Das Stativ wird immer auf einem Teil der Fotos zu sehen sein. Insbesondere auf den Fotos, welche nach unten in Richtung Boden aufgenommen werden. Das Stativ muss also nachträglich rausretuschiert werden, ohne dass der Betrachter die Bearbeitung feststellen kann. Dafür gibt es verschiedene Vorgehensweisen und Möglichkeiten. Dies zu erläutern, würde an dieser Stelle aber zu fest in technische Details abdriften und ist zudem auch mit wichtigem Know-How verbunden. Wir können sagen, dass wir diesbezüglich nach vielen Tests unseren optimalen Workflow gefunden haben.

   

2. Herausforderung: Nodalpunkt (No-Parallax-Point)

Eine besondere Herausforderung bei 360°x180°-Panoramas stellt der Nodalpunkt (No-Parallax-Point) dar. Das heisst, wenn die Kamera in den jeweiligen Winkelschritten geschwenkt wird, darf es zu keiner Parallaxenverschiebung kommen, da es sonst beim Zusammenfügen der einzelnen Fotos (Stitching genannt) zu unschönen und fast nicht mehr korrigierbaren Kantenverschiebungen kommt. Der Nodalpunkt ist immer objektivabhängig und die Einstellungen können nicht auf andere Objektive übertragen werden.

   

Doch bevor der Nodalpunkt eingestellt werden kann, muss zuerst die Kamera (Zentrum der Linse) absolut zentrisch auf den Drehpunkt vom Stativ ausgerichtet werden. Die Kamera darf sich in sich und während der Drehung auf dem Stativ nicht nach vorne resp. hinten verschieben. Im Gegensatz zum Nodalpunkt, welcher vom verwendeten Objektiv abhängig ist, ist dieses Zentrieren kameraabhängig. Einmal eingestellt, ist dieser Punkt fürs gleiche Kameramodell immer identisch.

   

Wenn das Kamerasetup falsch justiert wurde, kann das Stitching-Programm die Bilder nicht mehr korrekt zusammenfügen und es kommt, wie bereits erwähnt, zu Kantenverschiebungsfehlern. Auch manuell kann man dann das Panorama nicht mehr wirklich retten oder teilweise nur unter erheblichem Zeitaufwand. In einem solchen Falle ist es sinnvoller und zu empfehlen, das Panorama noch einmal mit dem korrekten Kamerasetup neu zu erstellen. Man sollte sich die Zeit für die genaue Justierarbeit auf jeden Fall nehmen. Es lohnt sich und man erspart sich beim Zusammenstitchen viele Nerven.

   

Insbesondere in schmalen und engen Räumer kommt ein falsches Setup viel stärker negativ  zum Tragen als bei weitläufigen Aussenaufnahmen. Übung macht den Meister… auch bei dieser Herausforderung können wir nach vielen Testläufen sagen, dass wir diese „Problematik“ vollends im Griff haben und wir komplett fehlerfreie Panoramas erstellen können. Wenn Sie sich also das nächste Mal ein Panoramabild ansehen, sehen Sie es anhand dieser Infos bezüglich dem Stativ retuschieren und dem Nodalpunkt vielleicht mit etwas anderen Augen.

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